Spielen gehört zur Natur des Menschen wie Essen und Trinken. Kinder entdecken durch Spielen die Welt, Erwachsene suchen Abstand vom Alltag und Entspannung im Spiel. Dichterfürst Friedrich Schiller soll gesagt haben: Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Zu den beliebtesten Spielen gehören noch immer Kartenspiele. Forscher fanden Hinweise auf Kartenspiele erst nach 1300. Die ältesten noch erhaltenen Spielkarten werden auf 1430 datiert.

Von „Vingt-et-un“ zu Blackjack

Das heute in Online-Casinos so beliebte Kartenspiel Blackjack wurde vermutlich in Frankreich um 1700 erfunden. Da sind sich die Geschichtsforscher nicht einig. Das Spiel geht vermutlich auf „Vingt-et-un“ zurück, was ganz einfach 21 heißt. Es wurde am Hof von Ludwig XV. gerne gespielt und fand schnell Gefallen in aller Welt. Selbst der große Napoleon Bonaparte soll sich mit „Vingt-et-un“ die Zeit vertrieben haben. In Deutschland wurde daraus 17 und 4, in England Pontoon. Während in Europa Glücksspiele aller Art verboten wurden, brachten Einwanderer „21“ mit nach Amerika. Eleanor Dumont eröffnete Mitte der 1850er-Jahre einen Spielsalon mit dem Namen „Vingt-et-un“ in Nevada City. Als das Glücksspiel Anfang des 20. Jahrhundert legalisiert wurde, lockten die Casinos die Spieler mit 10:1 Quote, wenn der Spieler die 21 mit einem Pik Ass und einem schwarzen Buben erreichte. Von da an nannte man das Spiel „Blackjack“, das seither in unterschiedlichen Varianten in den Casinos gespielt wird.

Verbote als Beleg für Kartenspiele

Ursprünglich wurden die Spielkarten wohl in China erfunden. Um das Jahr 1300 kamen sie nach Italien, verbreiteten sich dann aber rasch in ganz Europa. Davon berichten nicht etwa spannende Geschichten über Spiele und Spieler, sondern Verbotsverfügungen, die in den Archiven die Jahrhunderte überdauert haben. In Florenz wurde das Kartenspielen 1377 verboten, in Regensburg 1378 und in Nürnberg 1380. Trotz dieser Verbote entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte tausende von Kartenspielen, jede Region hatte ein eigenes. Die meisten dieser Spiele wurden inzwischen wieder vergessen, nur die Bayern „schafkopfen“ noch immer. Allerdings wird Schafkopf heute überall in Deutschland gespielt.

Von Figuren und Farben

Keine großen Entwicklungen machten dagegen die Figuren und Farben der Spielkarten durch. Sie sind seit 1500 nahezu unverändert geblieben. Jedes Land hat eigene Kartenfiguren und Farben. Französische Karten kennen Kreuz, Pik, Herz und Eckstein, dazu König, Dame Bube sowie die Zahlen 2 bis 10 und das Ass. Die Italiener spielen dagegen mit Schwert, Stäbe, Kelch und Münzen. Zu König, Dame, Bube gesellt sich der Ritter, statt Ass gibt es eine 1. Deutsche Spielkarten kennen Eichel, Laub, Herz und Schellen, König, Ober, Unter, Banner, Daus und die Zahlen 6 bis 10.

Zu den beliebtesten Kartenspiel-Klassikern an deutschen Stammtischen und am heimischen Wohnzimmertisch gehören Skat, Doppelkopf, Bridge, Rommé und Canasta. Skat wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Thüringen aus Schafkopf entwickelt und trat rasch einen Siegeszug rund um den Erdball an. Es gilt bei uns als König unter den Kartenspielen, das bekannte Persönlichkeiten wie Loriot und Günter Grass leidenschaftlich geliebt haben sollen. Auch Skat wird inzwischen online gespielt, wenn auch noch nicht in Online-Casinos. Das kann aber noch kommen.